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„Wir sind wieder da“ Aurelius Sängerknaben Calw beim Klostersommer Hirsau 2022

Der Start in den Klostersommer 2022 ist brillant geglückt. Die Aurelius Sängerknaben unter der Leitung von Bernhard Kugler haben das sehnlich erwartete Musikspektakel, das über mehrere Tage in der von internationalen Künstlern geschätzten Hirsauer Kulisse stattfindet, eröffnet. Mit einer abwechslungsreichen Show gelang es den jungen Sängern plus Band, das Publikum zu begeistern.

Es war nicht ganz ausverkauft, aber dennoch ausreichend, um für eine perfekte Show Stimmung zum herrlichen Sommerabend zu sorgen. Der Funke zwischen Künstlern und Publikum sprang sofort über und erlosch nie. Zeitweise waren 80 Protagonisten gemeinsam auf den Brettern. Unter den Zuhörern weilte auch Hans-Jörg Kalmbach, der Gründer des Aurelianer-Chors.

Wie beim letzten mal vor 3 Jahren war es Edi Graf, bekannter Radiomoderator und Autor von heimisch colorierten Krimis, der in humorvoller Weise den roten Faden durch das kurzweilige und abwechslungsreiche Programm zog. Graf, ein Unterhaltungsprofi aus dem Effeff, rief die Begleitband und „die (!) Institution der Stadt Calw“ (Graf) auf die Bühne. Sofort waberte eine Riesenstimmung durch den traumhaft illuminierten Kreuzgang. Denn mit „Wir sind wieder da“ bot der knapp vier Dutzend starke Chor das, was alle herbei sehnten: Musik erfüllt die Herzen der Zuhörer. Das Vorhaben gelang trefflich. Der immer wieder herzliche Beifall ließ Künstler und Publikum miteinander verschmelzen. Rasch hatten sich die Instrumentalisten und Sänger aufeinander eingestellt; war noch zu Beginn des Konzerts, insbesondere beim ersten Stück, die Dominanz der Bläser- und Schlaginstrumente im Verhältnis zu den Sängern ein bisschen zu groß. Bei der Ballade aus Neuseeland, den zum Megahit mutierten „Wellerman“, war alles gut. Gerade hier hörte man kräftige Solistenstimmen aus dem Konzertchor heraus. Und als dann Petra Bachmann (Querflöte) mit Erika Shimoda (E-Piano) die als Seemänner kostümierten Jungs auf deren „Tal Ship“ begleiteten, war durch Träumen angesagt. Die zarten, stimmigen Klänge der Instrumente ließ Sängerreihen hin und her wiegen. Sie spielten so den leichten Wellengang. Dann das „So schön wie heut“ - die Kids sangen es wahrhaftig. Mit Shimoda und Bachmann harmonisierten Noah Ruoff, Fabio Klaus, Paul Danner, Martin Simon, Yaron Stavy, Steffen Hass, Arno Hermann und Rüdiger Ruf im Stile einer Big Band.

Neulich im März durften die jüngsten Aurelianer gemeinsam mit Udo Lindenberg ein Liedchen singen. Nun revanchierte man sich für diese Ehre. Mit Hüten bekleidet schickte man Udo einen musikalischen Gruß. „Wir ziehn in den Frieden“. Wer weiß, ob er sein Lied im Geiste gehört hat. Er könnte es am Samstag an gleicher Stelle persönlich beantworten. Übrigens: Zu diesem Song kamen auch die Kinder des Aufbauchores auf die Bühne. Nicht nur für die Kleinsten - für fast alle Jungs ein einschneidendes Erlebnis; auf einer Bühne vor derart vielen Menschen zu singen und danach applaudiert zu bekommen; das hat was. Das Erstaunen war auf manchem Gesicht geradezu abzulesen. Edi Graf nutzte die Gunst der Stunde und machte gemeinsam mit Bernhard Kugler Kindern Lust (also Werbung), sich auch einmal am Singen (Stichwort „Schnuppertage“ bei den Aurelianern) auszuprobieren. Solche Tage bieten die Aurelianer immer wieder an.

Einen Ausflug in die Schriftstellerei unternahm der Autor Graf . Er las gemeinsam mit Veronika Wieland ein paar Zeilen aus seinem Buch „Wolfssonne“; gespickt mit viel Lokalkolorit aus dem Calwer Kriminalkommissariat.  Nicht nur die Ohren, auch die Augen wurden verwöhnt. Manche Jungs entpuppten sich als wahre Bewegungswunder. Die Choreografie war einfallsreich und unterhaltend. Es wurde in die Hände geklatscht, mit den Fingern geschnipst, mit dem Körper gewippt oder die Arme in die Luft gereckt. Bei den lateinamerikanischen „Alma Lanera (Graf hierzu auf schwäbisch: Sie singe des Alma Lanera – bis Zavelstein kannsch es heera) und „Masque nadas“ übte sich manch ein Bub in feurigen Hüftschwüngen eines Lateinamerikaners. Sandra Artiarte, Sarah Schüle und Bastian Levacher trainierten im Vorfeld Bewegung und Tanz mit den Jungs.

Mit tänzerischen Glanzleistungen sorgten die Ballettmädchen der Musikschule Calw für Furore und Entzücken. Hier hatten Jenny und Sabine Steimle wieder einmal hervorragende Arbeit mit ihren Mädels geleistet. So harmonierten Chor und Ballett zu Michael Jacksons Hit „We are the world“ wie zuvor beim Wellerman. Die Mädchen in weißem Seemanns- bzw rotem Outfit.

Voller Inbrunst intonierten die Buben und jungen Männer das „Aurelianer-ABC“ als „Welturaufführung“. Bevor Stimmbildner Andreas Kramer seiner Vorbildfunktion mehr als gerecht wurde. Mit seinem Solo bei „I believe“ sorgte der Tenor bei den Kindern für Staunen und bei den Zuhörern einen Wouww-Effekt und Gänsehautgefühl. Eine gewaltige, präzise Stimme zur eingängigen Melodie brachte bewundernden Sonderbeifall.  Am Ende passte ABBA's „Thank you for the music“ perfekt zum ausklingenden Konzertabend.

Edi Graf lobte den Dirigenten Kugler mit einem auf den Chor zu geschnittenen Gedicht „dr Buebechor“.

Eine Person rief er abschließend persönlich auf die Bühne. Antje Häusser, die das Ganze organisiert hatte, in der Summe  gesamtverantwortlich leitete und auch Regie führte bekam unter stürmischem Beifall ihren verdienten Blumenstrauß überreicht.  

Dieses Projekt wird im Rahmen des bundesweiten Programms IMPULS gefördert.

(Roland Stöß)

IMPULS (bundesmusikverband.de)

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